Dienstag, 17. Dezember 2019

Stürme mit Starkregen, heftigen Windböen und Hagel sind besonders im Herbst und Winter keine Seltenheit. In der grauen Jahreszeit sind diese gewöhnlich deutlich stärker und dauern länger an als die Gewitter in den schwülen Sommermonaten. Ob Sommer oder Winter – wenn aus einem Sturm ein Unwetter wird, sind meist auch Überschwemmungen und Hochwasser nicht weit.

„2018 gehört zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre.“
Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Unwetter und seine Folgen

Umgekippte Bäume, abgedeckte Dächer, Blitzeinschläge und vollgelaufene Keller: Unwetter bringen häufig unangenehme Folgen mit sich. In Berlin fielen im Sommer 2017 bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter in zwei Stunden auf die Hauptstadt und fluteten Keller, U-Bahnhöfe, Schächte und die Kanalisation. Auch das Jahr 2020 begann bereits mit einigen stürmischen Tagen und Nächten. Für Betroffene können diese Unwetterschäden im schlimmsten Fall eine finanzielle Katastrophe bedeuten, denn nicht immer sind Eigentümer für alle Schäden versichert.

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Typische Unwetterschäden

Ist der Sturm vorüber, werden meist die Schäden sichtbar, die das Unwetter hinterlassen hat:

  1. Schäden durch Blitzschlag
    Überspannung, Überstrom oder ein Kurzschluss – die Folgen eines Blitzschlags variieren. Bei Unwetterschäden durch einen Blitz kommt in der Regel die Gebäude- oder Hausratversicherung auf. Wurden Elektroräte durch den Einschlag eines Blitzes beschädigt, erhält man für diese in der Regel einen Ersatz und die Versicherung zahlt somit für den entstandenen Schaden.
  2. Schäden durch Hagel
    Dellen im Auto oder beschädigte Dachfenster – ein Hagelsturm kann verheerende Auswirkungen haben: 90 Prozent der Kosten durch Unwetterschäden entstanden durch Hagel. Ist das eigene Auto beschädigt, so springt meist die Teil- oder Vollkasko ein. Wurden Dachfenster beschädigt oder sogar komplett zerstört, haftet in der Regel die Wohngebäudeversicherung. Schäden im Innenraum deckt meist die Hausratversicherung ab.
  3. Flutschäden
    Überschwemmungen durch Starkregen zählen zu den gefürchtetsten Naturkatastrophen. Nicht nur in bekannten Überschwemmungsbieten in der Nähe eines Flusses, auch in Berlin, können aufgrund der überlaufenden Kanalisation schnell sämtliche Keller oder Garagen volllaufen und Möbel, Kleidung und Eigentum beschädigt werden.

Welche Gefahren betreffen meine Region?

Logischerweise herrscht in bestimmten Gebieten Deutschlands ein höheres Überschwemmungsrisiko als anderswo. Wer vorab einige Informationen diesbezüglich einholen möchte, erhält unter kompassnaturgefahren.de Auskunft für bestimmte Regionen wie Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Das Unwetter live verfolgen

Frühwarnsysteme wie KATWARN oder NINA informieren die Bevölkerung über sogenannte Warn-Apps außerdem über Unwetter und Stürme. Hier sind beispielsweise Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen integriert, um eine umfangreiche Auskunft zu liefern.

Ratgeber: welche Versicherung haftet bei Umweltschäden?

Wenn sich Naturgewalten in ihrem gesamten Ausmaß entfalten und über Wohngebiete entladen, kann dies für Eigentümer zur großen finanziellen Belastung werden. Stürme hinterlassen oft eine Spur der Verwüstung und Betroffene haben, sobald der erste Schock verkraftet ist, einige Fragen:

  • Wer zahlt für den verursachten Schaden?
  • Bin ich ausreichend versichert?
  • Welche Bedingungen stellt meine Versicherung?
  • Wie dokumentiere ich die Unwetterschäden am Haus oder Auto?

Für Unwetterschäden gibt es keine Universalversicherung, die alle Schäden abdeckt. Aus diesem Grund müssen sich Eigentümer explizit mit der Thematik auseinandersetzen und die auf sie zutreffenden möglichen Gefahren genauestens analysieren.Es ist im Zuge dessen ratsam Kontakt mit dem Versicherer aufzunehmen, um zu klären welche Fälle und Schäden bereits abgedeckt sind.

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Die Deutschen Versicherer

1. Wohngebäudeversicherung

Werden Schindeln vom Dach gerissen oder verursacht Hagel größere Unwetterschäden, so greift in diesem Fall die sogenannte Wohngebäudeversicherung. Mieter müssen sich in der Regel keine Sorgen machen, da diese Absicherung die Aufgabe des Vermieters ist. Eigentümer sollten sich allerdings genau darüber informieren, an welche Bedingungen die Wohngebäudeversicherung der einzelnen Anbieter geknüpft sind.

Wann ist ein Wind ein Sturm?

Viele Gesellschaften definieren „stürmisch“ beispielsweise anhand einer Windstärke ab acht, was eine Windgeschwindigkeit von etwa 62 Stundenkilometern bedeutet. Oft reicht es jedoch vollkommen aus, wenn vorab eine offizielle Sturmwarnung kommuniziert wurde.

  • Sturm
    Starker Wind (75 bis 117 Stundenkilometer)
  • Orkan
    Sturm ab 118 Stundenkilometern
  • Hagelsturm
    Starker Wind mit Hagel (bis zu zehn Zentimeter)
  • Tornado
    Senkrechte, stark rotierende Luftsäule (63 bis 500 Stundenkilometer)

Unwetterschäden, die durch Fahrlässigkeit wie beispielsweise offene Fenster entstanden sind, werden nicht abgedeckt.

2. Hausratversicherung

Wurden im Zuge von Starkregen und vollgelaufenen Kellern Möbel, Kleidung oder Haushaltsgeräte beschädigt, haftet in diesem Fall die Hausratversicherung. Auch beschädigte Elektrogeräte, die durch einen Blitzschlag beschädigt wurden, sind hiermit abgesichert.

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3. Elementarschadenversicherung

Diese Versicherung begleicht Unwetterschäden am Haus, die beispielsweise durch Überschwemmungen oder Erdrutsche entstanden sind. Hierzu zählen Wasserschäden durch Starkregen, Rückstau oder Hochwasser.

33 % der Gebäude in Berlin haben eine Elementar-Versicherung.

Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland fehlt eine Elementarschadenversicherung, welche bei Unwetterschäden durch Starkregen oder Hochwasser greift. Eigentümer, die sich in bekannten Gefahrengebieten befinden bzw. dort wohnen, sollten sich daher dringend informieren. Nur mit einer abgeschlossenen Versicherung zahlt diese im Ernstfall bei Schäden am Haus.

4. Private Haftpflichtversicherung

Diese Art der Versicherung wirkt bei Schäden an Dritten. Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Baum vom eigenen Grundstück auf das Haus des Nachbarn fällt und dort erheblichen Schaden anrichtet. Das ist auch der Fall, wenn Menschen durch herumfliegende Gegenstände verletzt oder Häuser beschädigt werden.

5. Teil- und Vollkasko

Unwetterschäden am Auto sind über eine Vollkasko bereits bei geringer Windstärke gedeckt. Aber Achtung: die Teilkasko übernimmt meist erst ab Windstärke acht.

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David Patrick Kundler
„Wer sich umfangreich versichert, muss keine finanziellen Folgen fürchten.

So gelingt es, Sturmschäden vorzubeugen:

Auch in diesem Fall gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wer sich ausreichend gegen sämtliche Individualitäten und Unwetterschäden versichert hat, kann den ersten Step bereits abhaken. Es gibt jedoch einige weitere Möglichkeiten, den Schaden durch vorzeitige Maßnahmen so gering wie möglich zu halten.

Die Ruhe vor dem Sturm

Regelmäßige Kontrollgänge ermöglichen es, lose Ziegel oder ähnliche Gefahrenquellen vorab zu identifizieren und zu beseitigen. So können unliebsame Überraschungen verhindert werden. Im Zuge dessen sollten auch der Garten und die dort befindlichen Bäume genaustens kontrolliert werden. Auch die Fassade und Regenrinnen sollten in regelmäßigen Abständen begutachtet werden.

Vorkehrungen bei Starkregen

Sagt der Wetterdienst Starkregen und schwere Unwetter voraus, ist es ratsam, in bedrohten Gebieten Sandsäcke bereitzuhalten. Gegebenenfalls können sogenannte Rückstauklappen eine große Hilfe sein und das Eintreten von Wasser über Waschbecken oder Bodenabflüsse verhindern. In bekannten Hochwassergebieten sollten Anwohner auf Ölheizungen verzichten, da durch austretendes Öl im Zuge von Überflutungen starke Umweltschäden zu befürchten sind.

Unwetterschäden melden & beseitigen

Konnte die Katastrophe nicht verhindert werden oder wurde man vom Ausmaß der Naturgewalten überrascht, bleibt einem nur die Möglichkeit, die Unwetterschäden im Nachhinein so gering wie möglich zu halten. Genauer gesagt sind Eigentümer sogar dazu verpflichtet, da Versicherungen sonst die Leistungen kürzen könnten. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass der Schaden trotzdem noch durch die Versicherung festgestellt werden kann.

Doch was sollten Betroffene tun?

  • Undichtes Dach
    In diesem Fall sollte das Eindringen von weiterem Wasser schnellstmöglich verhindert werden. Mit der Hilfe einer Plane kann die undichte Stelle provisorisch abgedeckt werden. Des Weiteren sollte eine Notreparatur durch einen Dachdecker vollzogen werden.
  • Wasserschaden
    Anwohner sollten sich niemals in vollgelaufenen Tiefgaragen oder Kellern aufhalten. Die Motoren von überschwemmten Fahrzeugen sollten nicht gestartet werden. Um einen elektrischen Schlag zu vermeiden, sollten Elektrogeräte, die mit Wasser in Kontakt kamen, vor Wiederinbetriebnahme immer ausführlich überprüft werden. Ist die Situation als sicher einzuschätzen, sollte jedoch mit dem Ausschöpfen des Kellers oder der Garage begonnen werden.
  • Kfz-Schaden
    Hat ein umgestürzter Baum das eigene Auto beschädigt, sollte dieses mit Planen abgedeckt werden. So kann verhindert werden, dass durch die zerstörte Windschutzscheibe Regen in das Fahrzeug gelangt und somit noch mehr Schaden im Auto entsteht.

Schaden sofort melden

Unwetterschäden sollten der jeweiligen Versicherung umgehend und wahrheitsgetreu gemeldet werden. Es ist ratsam direkt Fotos von dem entstandenen Schaden zu machen, um den Vorgang zu protokollieren. Kaputte Gegenstände sollten erst in Rücksprache mit der Versicherungsgesellschaft entfernt werden.

Fakten zum Schaden bereithalten

Es ist also essentiell, den Versicherer über den Unwetterschaden zu informieren und sich weitere Anweisungen einzuholen. So kann zum Beispiel besprochen werden, ob der Schaden sofort repariert werden soll oder ob erst noch ein Gutachter vorbeigeschickt wird. Folgende Informationen werden in der Regel zur Aufnahme des Schadens benötigt:

  • Schadentag
  • Schadenort
  • Schadenhergang
  • Umfang des Unwetterschadens

Sturm, Wind, Blitz und Donner – nach einem Unwetter kommt es darauf an, möglichst besonnen, schnell und bedacht zu reagieren. Am wichtigsten ist es, weiteren Schaden zu verhindern und die beschädigten Gebäude oder Gegenstände abzusichern, damit keine Gefahr für die Anwohner und Eigentümer entsteht.

Versicherungsschutz rechtzeitig prüfen

Hat man sich vorab ausreichend versichert, ist der erste Schock schnell überwunden und die Versicherungsgesellschaft springt für die entstandenen Unwetterschäden ein. Da einige Eigentümer gar nicht wissen, wieweit sie versichert sind, ist es ratsam, den Service der Versicherung zu nutzen und weitere Informationen über den eigenen Versicherungsschutz einzuholen. So bleiben einem 2020 böse Überraschungen erspart.

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